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Workshop Gebäudebegrünung: Harte Fakten zu weichem Grün.

Gebäudebegrünungen an Dach und Fassade verringern den Energieeinsatz für Kühlung und Heizung. Bei Sanierungen, Umbauten und Neuplanungen von Gewerbebauten werden Gebäudebegrünungen oft als reine Mehrkosten betrachtet. Eine Position im Leistungskatalog, die man zwar gerne hätte, auf die man aus Kostengründen aber oft verzichtet. Bei einer Life-Cycle-Betrachtung mit den Verbrauchs- und Instandhaltungskosten führt die Gebäudebegrünung jedoch zu positiven Bilanzen.

Bei dem IHK-Workshop Gebäudebegrünung am 13. März 2013 im Gartenhof Küsters in Neuss diskutieren Experten aus Wissenschaft, Ingenieurwesen und Gartenbau über den Stand der Technik und zeigen in Beispielen aus der Praxis die positiven Effekte begrünter Gebäude auf. Interessierte IHK-Mitglieder können an diesem Workshop teilnehmen. (weitere Informationen unter TERMINE)

Wir sprachen mit dem Gastgeber des Workshops, Herr Benjamin Küsters, dem Geschäftsführer der Gartenhof Küsters GmbH in Neuss:

Ist eine Gebäudebegrünung eine zeitgemäße Investition für Unternehmer, oder eher etwas für Liebhaber?

IMG_0013Benjamin Küsters (BK):

Gebäudebegrünungen bieten Unternehmen zahlreiche Vorteile. Die Qualität des Arbeitsumfeldes steigt. So wird der innerstädtische Schallschutz verbessert und Staub der Atemluft gebunden. Die Lebensdauer von Flachdachabdichtungen wird deutlich erhöht, denn zerstörerische UV-Strahlung wird absorbiert. Es müssen nicht alle 10 bis 12 Jahre Reparaturen an Bitumendächern bezahlt werden, das rechnet sich.

Holt man sich mit einer Dachbegünung nicht noch mehr Wasser auf’s Dach und somit eine größere Gefahr eines Wasserschadens?

BK:

Zum einen haben die meisten Gründächer ein Mindestgefälle, so dass überschüssiges Wasser schnell abfließt. Aber auch bei den sogenannten Nullgraddächern, also ohne Gefälle, wird ein Teil des Wassers vom Substrat sowie von den Pflanzen aufgenommen und überschüssiges Regenwasser durch die Aufbauten abgeleitet, so dass die Wasserlast gleichmäßig über die gesamte Dachfläche verteilt bzw. abgeleitet wird. Punktuelle Belastungen, wie sie durch Pfützenbildungen auf unbegrünten Dächern stattfinden können, werden somit vermieden. Generell gilt, dass ein Gründachaufbau auch bei Starkregenereignissen das Niederschlagswasser erst speichert und dann deutlich zeitverzögert – nach der Sättigung des Pflanzensubstrats – in den Kanal abführt. Dieser Effekt wird auch bei der Bemessung der Abwassergebühren in vielen Kommunen positiv berechnet.

Helfen Fassadenbegrünungen Energie zu sparen?

BK:

Ja, durch mehrere Effekte: Im Sommer entlasten Fassadenbegrünungen Klimaanlagen durch die Verschattung und durch die Verdunstungkühle – jeder kennt diesen Effekt von einem Besuch in einem Park, oder Wald bei heißem Wetter. Im Winter bilden Fassadenbegrünungen wärmende Luftpolster. Hierbei ist eine fachmännische Begrünung wichtig. Wilder Wein an der Fassade sieht zwar romantisch aus, hat aber nicht die gleiche Funktion, wie professionelle Rank- oder Pflanzsysteme.

Gibt es neben Zimmerpflanzen andere Innenbegrünungen?

BK:

grüne WandEs ist vieles machbar, von der kleinen Schreibtischpflanze über grüne Raumteiler, bis hin zu Solitärpflanzen und lebenden grünen Wänden. Da, wo eine positive und gesunde Arbeitsatmosphäre geschaffen werden soll, werden Innenbegrünungen gerne eingesetzt. Die Krankenstände in ausgewogen begrünten Gebäuden sind erwiesener Maßen geringer. Auch stellen repräsentative Bauten, wir Banken oder Hotels, mit lebenden Pflanzen ihren Status zu Wertigkeit dar.

Was liegt Ihnen noch persönlich zum Thema Gebäudebegrünung am Herzen?

BK:

Gebäudebegrünungen sollten nachhaltig gestaltet werden. Mit gutem Konzept können Gebäudebegrünungen sehr lange einwandfrei funktionieren. Das Gründach der Schadow-Arkaden in Düsseldorf ist zum Beispiel seit über 20 Jahren in Takt. Die Stadtökologie wird so verbessert und es entstehen grüne Inseln für Mensch und Tier. Nebenbei ist der Anblick begrünter Dächer von höheren Gebäuden im Gegensatz zu grauen Dachwüsten eine Augenweide.

Vielen Dank, Herr Küsters! Wir freuen uns auf einen spannenden Workshop am 13.03. in Neuss.

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