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Ressourceneffizienz vor Ort

Der Niederrhein ist bekannt für seine Tradition der Ziegel- und Klinkerherstellung, denn in den rheinischen Böden findet sich der dafür geeignete Ton. In Erkelenz werden so seit über 100 Jahren Ziegel und Klinker in einem klassischen Ringofen hergestellt. Der Produktionsprozess wurde kontinuierlich optimiert und den heutigen Anforderungen an den Immissionsschutz angepasst. In den letzten Jahren fielen die steigenden Energiekosten zunehmend ins Gewicht. Im Rahmen einer Diplomarbeit begann ein Sohn des Familienunternehmens, Bastian Gillrath, die Potenziale der Effizienzsteigerung in der Produktion zu untersuchen. In der Folge nahm das Unternehmen an einem Branchenkonzept zur Verbesserung der Material- und Energieeffizienz in der Keramikindustrie teil, die gemeinsam mit externen Fachleuten weiter an Konzepten zur Effizienzsteigerung arbeiteten. Wie es dann weiter in Sachen Material- und Ressourceneffizienz ging, erfuhren wir im Interview mit Bastian Gillrath:

Jochen Ohligs:
Herr Gillrath, wie sind Sie an das Thema Effizienzsteigerung der eigenen Produktion herangegangen?

Bastian GillrathBastian Gillrath:
Wir haben zuerst unsere Produktion analysiert und den einzelnen Produktionsschritten den anteiligen Energie-, Material-, und Kostenaufwand zugeordnet. Es stellte sich heraus, dass die Kosten für den Brennvorgang bei weitem überwiegen. Um genauer die Einsparpotenziale zu erfassen haben wir mit Hilfe der Effizienz-Agentur NRW eine Makro-Analyse im Rahmen einer PIUS-Analyse in Auftrag gegeben, die dann von einem externen Beratungsbüro erstellt wurde. Die Beratungskosten wurden erfreulicherweise mit 60% bezuschusst.

JO:
Was hat diese Makro-Analyse an Erkenntnissen gebracht?

Bastian Gillrath:
Zum einen wurden die Potenziale zur Wärmerückgewinnung bei Trocknung und dem Brennen genauer erfasst und die Quantifizierung der verschiedenen Ausschußsorten und deren Minimierung wurde in Angriff genommen.

JO:
Sehen Sie die Möglichkeit ermittelte Potenziale zu heben?

Bastian Gillrath:
Neben kleineren Optimierungen an der Lüftungstechnik der Trockenkammern, sehen wir die größten Chancen den Ausschuss beim Brennvorgang deutlich zu reduzieren. Hier greifen wir auf neue Erkenntnisse chemiekalischer und physikalischer Analysen zurück. Wenn wir die Mischung des Ausgangsmaterials optimieren, haben wir weniger Probleme in der Trocknung und im Brennvorgang und somit weniger Ausschuss durch Bruch. Die Energieeinsparung bei Trocknung und Brennen wäre beträchtlich.

Herr Gillrath ist auch als Referent bei der Infoveranstaltung „Ressourceneffizienz vor Ort“ am 10. April 2013 dabei. Die Regionalveranstaltung in Kooperation mit der Effizienz-Agentur NRW und dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz und Klimaschutz findet von 14:00 bis 17:00 Uhr in der IHK an der Friedrichstr. 40 in 41460 Neuss statt.

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130410Anmeldung-Ressourceneffizienz

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