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PV-Stromspeicher werden gefördert

Solarwirtschaft_kleine_StromspeicherSeitdem der Bezugspreis für Strom für mittelständische Unternehmen über die Einspeisevergütung nach EEG für Strom aus Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) gestiegen ist, lohnt es möglichst viel des selbst erzeugten Stroms auch selber zu verbrauchen. Wir berichteten bereits in unserem Artikel „Solarstrom selber nutzen“ darüber. Unternehmen, die zwar eine größere PV-Anlage besitzen, oder eine installieren möchten, und selber tagsüber solare Überschüsse erzielen, sollten über die Installation eines PV-Strom-Speichers nachdenken. Einen besonderen Anreiz bietet nun eine Förderung der KfW speziell für PV-Strom-Speicher. Bis zu 660€ je kW(p) werden im Rahmen eines Darlehens als nicht rückzahlbarer Tilgungszuschuss gewährt. Die installierte Leistung der Photovoltaikanlage, die mit dem Batteriespeichersystem verbunden wird, darf 30 kWp nicht überschreiten. Eine 30-kW-PV-Anlage wird etwa 48.000€ kosten, wenn man von dem der Förderung zugrunde gelegten Preis von 1.600€ je installierter Leistung kW(p) ausgeht. Die Speicherkapazität der Battereien wird nach Bedarf ausgelegt und wird unter der Maximalleistung der PV-Anlage liegen. Marktgängige Produkte enden bei 10 bis 12 kW Leistung und Speicherkapazität von 12 bis 16kWh. Solche Anlage sind ab 2.100€ je kW Speicherkapazität erhältlich. Größere Anlagen sind auch zu beziehen, es handelt sich dann meist um Spezialanfertigungen.

Die Speicherung des selbst erzeugten Stroms erfolgt jeweils für den Bedarf eines Tages. Der Eigenbedarf wird sofort verbraucht und der Überschuss gespeichert. Ist der Speicher voll wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Aus diesem wird auch Strom bezogen, wenn zu wenig Solarstrom erzeugt wird und der Stromspeicher leer ist.

Um die Föderung der KfW in Anspruch nehmen zu können, muss sich der Betreiber verpflichten die Einspeiseleistung auf 60% der Spitzenlast zu reduzieren. Bei einer 10kW(p)-Anlage dürfen also maximal 6kW-Leistung in das Netz eingespeist werden. Die verbleibenden 4kW müssen direkt verbraucht, oder gespeichert werden. Falls nicht genügend eigene Verbraucher in Betrieb sind und zudem der Speicher voll ist, wird die PV-Anlage abgeregelt. Es liegt dann zwar Spannung an, es fliest aber nicht mehr Strom, als eingespeist und verbraucht werden kann. Bei gut ausgelegten Systemen wird dieser Fall aber nur an wenigen Stunden im Jahr eintreten.

KfW Erneuerbare Energien – Speicher

Solarwirtschaft Hintergrundpapier Speicherprogramm

 

4 Gedanken zu “PV-Stromspeicher werden gefördert

  1. Das mit dem Abregeln ist ja lieb und nett, aber es verfehlt den Sinn einer wirklichen Eigestromerzeugung. Selbstverstaendlich kann diese Energie genutzt werden, die aktuellen Hersteller verschwenden jedoch keinen Gedanken daran, wie das zu machen ist. Als technischer Leiter diverser Grossunternehmen habe ich bereits vor 4 Jahren ein solches Geraet entwickelt, mit dem die Effizienz einer solchen Anlage um den Faktor 3(!) und hoeher gesteigert werden kann. Das Problem der permanent vollen Batterien, die schliesslich einem bekannten Lademuster folgen ist bekannt und die ueberschuessig produzierte Leistung ist enorm hoch. Daran kann auch eine gute Auslegung nichts aendern, auch wenn das gerne propagiert wird. Das Problem bei all diesen ASblagen in Fertigbauweise ist, dass die Techniker nicht mit diesen Anlagen leben muessen und ihr Wissen lediglich auf dem Papier existiert. Ich selbst lebe seit 4 Jahren mit einer solchen Anlage, die ich selbst ausgelegt und gebaut habe. 5KWp Solarmodule und ein 6KW Wechselrichter genuegen vollstaendig, um ein grosses Einfamilienhaus mit einer Jahresdeckung von 98% zu versorgen. Und bevor jemand fraegt: Selbstverstaendlich haben wir Waschmaschine, Spuelmaschine, unendlich viele kleine und grosse Verbraucher und es fehlt uns an nichts. Ach ja, die Batterien sind nun 24 Jahre alt und immer noch top in Ordnung (64% Restkapazitaet). Das ist das Fachwissen, was auf dem Markt fehlt und weswegen die jetzt angebotenen Anlagen nicht das leisten koennen, was sie eigentlich sollten. Warmwasserkosten haben wir auch keine mehr, denn die Ueberschussleistung eines einzigen Jahres genuegt, um etwa 60.000l Wasser von 10 auf 50Grad C

    • Danke für Ihren Kommentar!
      Wenn Ihre PV / Speicherkombination so gut funktioniert, sollten wir mehr darüber erfahren.
      Melden Sie sich bitte einmal beim Team blog:energieeffizienz
      Gruß
      Jochen Ohligs

  2. Interessanter Artikel, was mir nur nicht so ganz klar wird, ist, warum es eine Begrenzung der Einspeisung gibt? Wenn der Speicher voll ist und man die erzeugte Energie nicht selbst verbrauchen kann, wieso dann „wegwerfen“ und nicht ins Stromnetz abgeben? Kann sein, dass ich grade voll auf dem Schlauch stehe, ich bin auch noch kein Experte in Sachen Solarenergie, muss ich zugeben.

    Liebe Grüße,
    Michi

    • Danke für Ihren Kommentar!
      Der Gesetzgeber möchte die Lastspitzen im Netz begrenzen. Bei sonnigem Wetter in ganz Deutschland ist vor allem im Sommer zur Mittagszeit „zu viel“ Sonnenstrom im Netz. Die Förderung der Speichersysteme ist aus diesem Grund mit der Einspeisebegrenzung verbunden. Der Eigenverbrauch und damit die Entlastung der Netze soll in erster Linie gefördert werden.

      Jochen Ohligs

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