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Praxis Energiemanagement: Buchrezension

Titelbild_Praxis_EnergiemanagementEnergiemanagement ist bei Industrieunternehmen zunehmend Standard. Im Mittelstand nähert man sich noch dem Thema. Manche Unternehmen scheuen noch den vermeintlich hohen Aufwand im eigenen Unternehmen ein Energiemanagementsystem aufzubauen und dies dann auch kontinuierlich zu betreiben. Neben Dienstleistern und Institutionen helfen einschlägige Ratgeber in das Thema einzuführen.

Die TÜV Media hat mit Praxis Energiemanagement ein Nachschlagewerk veröffentlicht, das praxisgerechte und zugleich normkonforme Lösungen präsentiert. Grundlage ist die DIN EN ISO 50001 mit organisatorischen, wie auch technischen Themen. Da die meisten Unternehmen sich aufgrund der Rahmenbedingungen des Spitzenausgleich bei der Energie- und Stromsteuer und der Besonderen Ausgleichsregelung nach Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)  mit Energiemanagement befassen startet das Werk mit diesem Themenbereich.

Das Nachschlagewerk ist in DIN A 5 als lose Blattsammlung aufgelegt. Dies ist von Vorteil, da besonders die rechtlichen Rahmenbedingungen auf dem neuesten Stand sein müssen. Der Austausch überarbeiteter Passagen ist viermal pro Jahr vorgesehen und kann jederzeit gekündigt werden. Besprochen wird hier das Grundwerk mit CD-ROM.

Ab Kapitel 4 wird auf Technologien zur Energieumwandlung und -verteilung eingegangen. Dies im Detail auf die drei Technologien Kreiselpumpen, Kraft-Wärme-Kopplung und energieoptimierte Kühlwasserversorgung. Die drei Artikel sind hilfreich bieten allerdings nur eine kleine Auswahl der bei produzierenden Unternehmen angewendeten Technologien. Ein breiter gestreuterer und allgemeinerer Ansatz wäre hier zielführender, da nicht nur bestimmte Branchen angesprochen sind.

Im fünten Kapitel werden die Einführung der ISO 50001, Tipps bei der Anwendung und Wege zur normkonformen Energiepolitik im Unternehmen aufgezeigt. Ergänzt wird dies durch einen Beitrag zur Legal Compliance und dem Contracting. Mögliche Stolpersteine bei der Anwendung der ISO 50001 werden parxisnah mit fiktiven Dialogen veranschaulicht und Anleitung zur Umgehung der gleichen gegeben.

Der Mensch und die Kommunikation stehen im sechsten Kapitel im Fokus. Viele Unternehmen berichten, dass ein Energiemanagementsystem nur lebt und Erfolge bringt, wenn die Mitarbeiter „mitgenommen“ werden. Neben Kommunikation und Information ist die Motivation der Mitarbeiter entscheidend. Nach dem theoretischen Überbau folgt ein Praxisbericht aus einem Unternehmen.

Die Kapitel 8 und 9 widmen sich der Technik. Von Energiedatenerfassung über Monitoring und Controlling geht es zur Verbesserung der Energieeffizienz. Bevor gemessen wird sollten Kennzahlen und Zusammenhänge erfasst werden. Nach einzelnen Messungen kann eine automatisierte Energiedatenerfassung aufgebaut werden. Dies wird mit einem Praxisbericht untermauert. Die vorgestellte Energiewertstrommethode wurde vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt. Sie ist sicher praktikabel greift aber in ihrer Methodik bei den Produktionsprozessen an. Viele Energieeffizienzmaßnahmen beziehen sich aber auf die dienenden Querschnittstechnolgien. Praktische Anleitung folgt mit einem Bericht über die Möglichkeiten der Instandhaltung die Energieeffizienz zu steigern.

Die abschließenden Kapitel 10 bis 12 behandeln Dokumtation und Integration des Energiemanagements in andere Managementsysteme, die Auditierung und Zertifizierung sowie Normen und Regelwerke. Ein komplettes Musterhandbuch eines Energiemanagements liegt auf der mitgelieferten CD-ROM vor. Hilfreich sind auch die Auditcheckliste nach DIN EN ISO 50001 und Tipps zur Vorbereitung auf Zertifizierungs- und Auditierungsverfahren.

Insgesamt bietet das Nachschlagewerk Praxis Energiemanagement viele nützliche Tipps über die reine Vorstellung der Norm hinaus. Die Auswahl der Artikel führt allerdings nicht zu einem homogenen Werk, sondern bringt zum Teil schlaglichtartig Detaildichte wo andere Bereiche schlicht gar nicht angesprochen werden. Einem Energiemanagemt-Beauftragten sollte man einen Gesamtüberblick der möglichen relevanten Technologien und Techniken geben. Bei Bedarf kann man dann ins Detail gehen.

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