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Wie werden EE-Anlagen künftig gefördert?

©-PhotographyByMK-Fotolia

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Das novellierte EEG tritt am 1. August in Kraft und bringt für die Förderung Erneuerbarer-Energien-Anlagen einige Änderungen. Ziel der Novelle ist u. a., dass die Förderkosten weniger stark steigen als in der Vergangenheit. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Prinzip schneller Ausbau = schnellere Förderkürzung ausgeweitet. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie zusammengefasst.

Marktprämie
Ab 2015 müssen alle Anlagen ab einer Leistung von 500 kW ihren Strom selbst direkt vermarkten, ab 2016 ab 100 kW. Im Gegenzug erhalten sie die sog. gleitende Marktprämie. Neue EE-Anlagen unterhalb dieser Schwelle erhalten weiterhin die

Einspeisevergütung
Der Förderanspruch für neue Erneuerbare-Energien-Anlagen entfällt, wenn über einen längeren Zeitraum (über sechs Stunden) negative Börsenpreise zu verzeichnen sind.
Anlagen müssen künftig fernsteuerbar sein, dies gilt auch für Bestandsanlagen in der Direktvermarktung. Die Nachrüstpflicht für letztere endet am 31.03.2015. Bei fehlender Fernsteuerbarkeit erhalten Anlagen keine Marktprämie.
Ab 2017 wird die Marktprämie über Ausschreibungen ermittelt. Angestrebt wird ein jährlicher EE-Zubau von 6.000 MW. 200 MW sollen im Ausland errichtet werden. Voraussetzung für die Teilnahme ausländischer Projekte ist, dass eine völkerrechtliche Vereinbarung, die Kooperationsmaßnahmen umsetzt, vorliegt und die Förderung nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit erfolgt. D. h. deutsche Projekte könnten auch im Ausland zum Zuge kommen.

Wind Onshore
Es gilt künftig ein jährlicher Zielkorridor von 2.400 bis 2.600 MW, wobei der Austausch älterer Anlagen (Repowering) nicht einberechnet wird. Die Grunddegression der Vergütung beträgt 0,4 Prozent je Quartal.
Wird der Korridor überschritten, erhöht sich die Degression auf 0,5 Prozent bei einem Plus von 200 MW und steigt danach schrittweise auf bis zu 1,2 Prozent bei einem Plus um mehr als 800 MW. Wird der Korridor um mehr als 400 MW unterschritten, sinkt die Degression auf null.
Das Referenzertragsmodell zur Berechnung der Förderhöhe wird angepasst: Neue Anlagen an windstarken Standorten bekommen weniger Förderung.

Wind Offshore
Ziel ist eine installierte Leistung von 6.500 MW im Jahr 2020. Die Bundesregierung genehmigt dennoch Projekte bis 7.700 MW. Falls einzelne Projekte ausfallen, kann so die Zielvorgabe trotzdem erreicht werden.

Photovoltaik
Der Zubaukorridor sinkt von 2.500 bis 3.500 MW auf 2.400 bis 2.600 MW.
Ab dem 1. September 2014 sinkt die Grundvergütung monatlich um 0,5 Prozent. Wird der Korridor überschritten, erhöht sich die Degression auf bis zu 2,8 Prozent (ab 4.900 MW Überschreitung).

Bioenergie
Künftig gilt eine Beschränkung von 100 MW im Jahr. Wird diese überschritten, sinkt die Förderung vierteljährlich auf 1,27 Prozent.
Ab 2016 gibt es eine Degression von 0,5 Prozent alle drei Monate unabhängig vom Zubau.
Boni für den Einsatz von Energiepflanzen entfallen. Genauso der Gasaufbereitungsbonus für die Veredelung von Biogas zu Biomethan.

Wasserkraft
Ab 2016 greift eine jährliche Degression von 0,5 Prozent.

Geothermie
Die Förderung sinkt ab 2018 jährlich um 5 Prozent.
Anlagen, die bis 2016 bergrechtlich genehmigt und vor 2021 in Betrieb genommen werden, müssen nicht in die Ausschreibung und können noch die Einspeisevergütung erhalten.

Deponie-, Gruben- und Klärgas
Die Förderung sinkt ab 2016 jährlich um 1,5 Prozent.

Kraft-Wärme-Kopplung
Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist nicht primär im EEG geregelt, sondern im KWK-Gesetz. Da mittels KWK-Anlagen erzeugter Strom zukünftig mit EEG-Umlage belastet wird und der wirtschaftliche Betrieb von KWK-Anlagem gewährleistet werden soll, wurde noch eine Verodnugsermächtigung eingefügt, die höhere KWK-Vergütungssätze erlaubt.
Auszug aus dem von Kabinett und Bundesrat verabschiedeten Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung
„Entwurf eines Gesetzes zur grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und zur Änderung weiterer Bestimmungen des Energiewirtschaftsrechts“
Drucksache 18/1304 vom 26. Juni 2014:

Zu Artikel 13 Änderung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes
In § 7 KWKG wird eine Verordnungsermächtigung eingefügt, die es ermöglicht, die Förderzuschläge für KWK-Strom, der nicht in ein Netz für die allgemeine Versorgung eingespeist wird, anzupassen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Strom im Zuge des neuen § 61 EEG 2014 mit der EEG-Umlage belastet wird und dass die Anpassung erforderlich ist, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage zu ermöglichen. Hierbei kann die Verordnung auch unterschiedliche Vergütungssätze für unterschiedliche Anlagen oder unterschiedliche Einsatzfelder der KWK (z.B. für KWK-Anlagen in industriellen Anwendungen) vorsehen. Ziel ist es, dass die Belastung insbesondere der Industrie durch die neue Eigenversorgungsregelung des § 61 EEG 2014 auf 15 Prozent der EEG-Umlage begrenzt bleibt. Hierbei sind sowohl die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen als auch Überförderungen zu vermeiden.

Solarthermie
Die Erzeugung von Wärme aus solarer Strahlung (Solarthermie) wird im EEG 2014 nicht aufgeführt. Förderungen bestehen dennoch, diese werden seitens des Bundes vom Bundesamt für Ausfuhr (BAFA) und von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geregelt.

140626_Antrag_Gesetzentwurf_Bundesregierung_EEG_2014

Quelle: DIHK, außer Angaben zu KWK und Solarthermie

Bildnachweis: ©-PhotographyByMK-Fotolia

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