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Energieberatung Mittelstand wird neu aufgelegt

41361029© Marco2811 - Fotolia.comDas hoch bezuschusste Programm Energieberatung Mittelstand wird zum Jahreswechsel grundlegend verändert. Die Zuständigkeit wechselt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wir fassen die wichtigsten Änderungen für Sie zusammen.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft und des sonstigen Dienstleistungsgewerbes sowie Angehörige der Freien Berufe nach EU-Definition. Das sind Unternehmen, die weniger als 250 Personen beschäftigen und einen Jahresumsatz von nicht mehr als 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von nicht mehr als 43 Millionen Euro haben.

Art und Höhe der Förderderung geändert

Die Unterteilung von Initial- und Detailberatung wurde abgeschafft. Nun werden kleine und größere Energieverbraucher unterschiedlich gefördert:

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von maximal 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 800 Euro. Der 80%ige Zuschuss endet demnach bei einem Beratungshonorar von 1.000€ netto.

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten über 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 8.000 Euro. Hier wird der 80%ige Zuschuss bis zu einem Beratungshonorar von 10.000€ netto gewährt.

Umsetzungsberatung ist neu

Eine Umsetzungsbegleitung ist neu wird aber inhaltlich nicht konkreter beschrieben. Sie ist nur dann förderfähig, wenn eine Energieberatung nach der BAFA Richtlinie durchgeführt wurde und hierfür ein Zuschuss beantragt wurde.

Energieaudits im Sinne der EU-Energieeffizienzrichtlinie

Das BAFA hat eine Richtlinie zum Förderprogramm Energieberatung Mittelstand veröffentlicht. Dort werden die Inhalte der Beratungen wie folgt beschrieben:

…Die Energieberatung muss den Anforderungen an ein Energieaudit im Sinne von Artikel 2 Nummer 25, Artikel 8 Absatz 1 in Verbindung mit Anhang 6 der Richtlinie 2012/27/EU zur Energieeffizienz entsprechen…

In der EU-Energieeffizienzrichtlinie heißt es dazu im Artikel 2:

„Energieaudit“ ein systematisches Verfahren zur Erlangung ausreichender Informationen über das bestehende Energieverbrauchsprofil eines Gebäudes oder einer Gebäudegruppe, eines Betriebsablaufs oder einer industriellen oder gewerblichen Anlage in der Industrie oder im Gewerbe oder privater oder öffentlicher Dienstleistungen, zur Ermittlung und Quantifizierung der Möglichkeiten für kostenwirksame Energieeinsparungen und zur Erfassung der Ergebnisse in einem Bericht.

Die Anlage 6 präzisiert:

ANHANG VI
Mindestkriterien für Energieaudits einschließlich derjenigen, die als Teil von Energiemanagementsystemen durchgeführt werden
Die Energieaudits nach Artikel 8 stützen sich auf folgende Leitlinien:
a) Sie basieren auf aktuellen, gemessenen, belegbaren Betriebsdaten zum Energieverbrauch und den Lastprofilen (für Strom).
b) Sie schließen eine eingehende Prüfung des Energieverbrauchsprofils von Gebäuden oder Gebäudegruppen und Betriebsabläufen oder Anlagen in der Industrie ein, einschließlich der Beförderung.
c) Sie basieren nach Möglichkeit auf einer Lebenszyklus-Kostenanalyse anstatt auf einfachen Amortisationszeiten, um langfristige Einsparungen, Restwerte von langfristigen Investitionen und Abzinsungssätze zu berücksichtigen.
d) Sie sind verhältnismäßig und so repräsentativ, dass sich daraus ein zuverlässiges Bild der Gesamtenergieeffizienz ergibt und sich die wichtigsten Verbesserungsmöglichkeiten zuverlässig ermitteln lassen.
Audits müssen detaillierte und validierte Berechnungen für die vorgeschlagenen Maßnahmen ermöglichen und so klare Informationen über potenzielle Einsparungen liefern.
Die für Audits herangezogenen Daten müssen für historische Analysen und zur Rückverfolgung der Leistung aufbewahrt werden können.

Warum stellen wir das so detailliert vor?

Es soll verdeutlicht werden, dass hier mit Energieaudit nicht explizit ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 gemeint ist. Dieses soll nach Entwurf des deutschen Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) künfitg für alle Unternehmen verpflichtend werden, die kein KMU sind.

Antragstellung

Der Antrag ist ausschließlich mittels des vom BAFA zur Verfügung gestellten elektronischen Antragsformulars und unter Beifügung eines Angebots bzw. Kostenvoranschlags des Energieberaters zu stellen. Ab 1. Januar 2015 wird das elektronische Antragsformular auf www.bafa.de zur Verfügung stehen. Nach Entscheidung über den Antrag seitens des BAFA kann der Beratungsvertrag abgeschlossen und mit der Beratung begonnen werden.

Keine Förderung bei Spitzenausgleich

Nicht antragsberechtigt sind Unternehmen, denen eine Entlastung im Rahmen des Spitzenausgleichs (§ 10 Stromsteuergesetz und § 55 Energiesteuergesetz) gewährt wird sowie Unternehmen, die im laufenden oder im vergangenen Kalenderjahr einen Antrag nach den §§ 63 ff. EEG (Besondere Ausgleichsregelung) gestellt haben.

Keine Regionalpartner mehr

Ihre IHK Mittlerer Niederrhein unterstützt das auslaufende KfW-Programm Energieberatung Mittelstand als Regionalpartner. Das neue Verfahren über das BAFA sieht keine Regionalpartner mehr vor. Die Anträge werden nur noch online an das BAFA gerichtet. Wir stehen Ihnen für Fragen aber weiterhin gerne zur Verfügung!

Link zum BAFA

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Bildnachweis: 41361029© Marco2811 – Fotolia.com

 

2 Gedanken zu “Energieberatung Mittelstand wird neu aufgelegt

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