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Energiespar-Contracting: Musterverträge online

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Energieeinspar- oder Anlagencontracting können sinnvolle Instrumente sein, um Effizienzpotentiale in Unternehmen zu erschließen. Zum einen bringen Contracting-Geber (sog. Contractoren) i.d.R. das notwendige technische, organisatorische und rechtliche Know-how ein, um Effizienzmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Darüber hinaus stellen sie gemeinsam mit ihren Finanzinstituten die finanziellen Mittel für die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen, d.h. keine direkte finanzielle Belastung der Contracting-Nehmer.

Für Unternehmen können jedoch verschiedene Hemmnisse bestehen, Energieeffizienz-Maßnahmen über Contracting umzusetzen:

  • Mangelnde Kenntnis und Erfahrung gekoppelt mit z. T. mangelndem Vertrauen in das Instrument oder gar zum Contractor bezüglich Qualität der Vertragsgestaltung, Leistungserbringung und Absicherung vor Risiken.
  • Vorbehalte gegen die (vermeintlich) Abhängigkeit Dritter und Vertragspartnern/Dienstleistern den Zugriff und die Kontrolle auf „eigene“ Unternehmensaufgaben/-teile zu gewähren.
  • Rechtliche Fragestellungen wie die ggf. notwendige Ausgestaltung beschränkter Zugangs- und Nutzungsrechte des Contractors und unternehmensseitige Vorbehalte, einem Dritte solche Rechte zu gewähren.

Daneben treten Risiken und Hemmnisse auf der Finanzierungsseite auf – hohe Erstinvestitionen, lange Vertragslaufzeit, Gewährleistungsrisiko des Contractors oder die Bonitätslage des Contracting-Nehmers. Diese führen dazu, dass Banken bei der Vergabe von Krediten für Contracting-Maßnahmen bislang häufig zögern. Dies wirkt sich vorallem auf mittelständische Unternehmen und das Handwerk aus, denen die Mittel fehlen, um einer größeren Anzahl von Kunden Energiespar-Contracting-Maßnahmen vorzufinanzieren.

Weiterentwickeltes Bürgschaftsmodell der Landesbürgschaftsbanken

Hier setzt das neue Bürgschaftsmodell für Energieeinspar-Contracting an. Über die Landesbürgschaftsbanken können sowohl Investitionskredite (Investitionsdarlehen und Leasing-Finanzierungen) eines KMU-Contractors für die Vorfinanzierung einer Energiespar-Contracting-Maßnahme als auch Avale abgesichert werden. Bei den abzusichernden Avalen kann es sich um Vertragserfüllungsavale handeln, die die Hausbank des Contractors gegenüber dem Contracting-Nehmer abgibt, oder um die Verbürgung eines Zahlungsavals des Contracting-Nehmers gegenüber dem Contractor (Absicherung der Zahlung der Contractingrate, sofern es sich beim Contractor um ein KMU handelt). Für beide Seiten und die finanzierenden Banken können somit die finanziellen Risiken aus Contracting-Vorhaben minimiert werden. Hierdurch wird die Durchführung von Energiespar-Contracting-Projekten besser handhabbar und somit attraktiver.

Die wichtigsten Rahmenbedingungen für das neue Förderprogramm:

  • Berechtigt zur Inanspruchnahme sind KMU (als Contracting-Nehmer oder als Contractor).
  • Möglich sind Bürgschaften gegenüber einer Hausbank für die Investitionsfinanzierung des Contractinggebers,
  • ein Vertragserfüllungsaval des Contractors und/oder ein Vertragserfüllungsaval des Contractingnehmers.
  • Bürgschaftsobergrenze pro Unternehmen max. 2 Millionen Euro
  • Gilt für Vorhaben, die zu einer Energieeinsparung von mindestens 25 Prozent gegenüber dem Status Quo führen
  • Laufzeit pro Bürgschaftsfall max 15 Jahre.
  • Die Kosten betragen i.d.R. zwischen 0,8 bis 1,6 Prozent p.a. des Kreditbetrages. Zusätzlich eine einmalige Bearbeitungsgebühr in Höhe von 1,0 Prozent des Bürgschaftsbetrages.
  • Sicherheiten in Absprache mit der Hausbank.
  • Entscheidung innerhalb von 10 Arbeitstagen, sofern alle Unterlagen vorliegen.

Bürgschaftsbanken veröffentlichen Musterverträge

Contracting-Verträge sind häufig komplex und zu umfangreich und erschweren die Prüfung auf Seiten der KMU. Daher wurden Musterverträge vorbereitet, die zum einen KMU einen übersichtlichen und schnellen Einstieg ermöglichen, aber auch den Bearbeitungsaufwand bei den Banken und Bürgschaftsbanken reduzieren.  Diese wurden vom Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) sowie Experten aus Energieagenturen und Handwerk entwickelt.
Der VDB-Mustervertrag ist keine Voraussetzung für die Beantragung einer Contracting-Bürgschaft. Contractoren, die den Vertrag nutzen, durchlaufen bei den Bürgschaftsbanken aber ein vereinfachtes, standardisiertes Prüfungsverfahren. Er ist modular aufgebaut und wegen kreditrechtlicher Vorgaben mit der BaFin abgestimmt. Die erste Fassung ist auf zwei typische Projekte zugeschnitten, soll aber von allen Beteiligten weiterentwickelt werden.

Den Mustervertrag gibt es zum Download unter: www.contracting-buergschaft.de

Quelle: DIHK

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